Bezahlbarer Wohnraum für das Projekt Bandwies!

Am Montag 10.11.2025 fand im Tüchelsaal in Rüti ein gut besuchter Informationsanlass zum Thema "Bezahlbares Wohnen" statt. NR Jacqueline Badran orientierte zunächst allgemein zum Thema Wohnungspolitik und leitete dann über zu den Forderungen der SP Rüti bezüglich des Gestaltungsplans Bandwies, über den voraussichtlich im Jahr 2026 in Rüti abgestimmt werden wird.

Jacqueline Badran, die Mietpreise und das Bandwiesprojekt Rüti

Rüti stimmt im nächsten Jahr nochmals über den Gestaltungsplan Bandwies ab, nachdem das erste Projekt 2019 abgelehnt wurde.

Die SP Rüti hat zum Thema Wohnungsbau am 10. November zu einem Informationsabend eingeladen. Hauptreferentin war Nationalrätin Jacqueline Badran, die in gewohnt fesselnder Manier über das konkrete Projekt Bandwies hinaus die Wohnpolitik in der Schweiz erläuterte.

Die Mieten als unser grösster Haushaltposten im Alltag belasten die Bevölkerung der Schweiz zunehmend über ein vertretbares Mass hinaus. Preisgünstige Wohnungen, vor allem in den Städten und Agglomerationen, sind kaum mehr zu finden. Die Tendenz zeigt ungebrochen nach oben. Mit der Mietpreis–Inititative soll ein wirksames Instrument installiert werden, das hilft den Artikel 41e der Bundesverfassung endlich umzusetzen und gleichzeitig wirksame Kontrollmechanismen zu etablieren.  Denn danach sollen Bund und Kantone sich einsetzen, dass „Wohnungssuchende für sich und ihre Familie eine angemessene Wohnung zu tragbaren Bedingungen finden können.»

Badran sieht vor allem Grossanleger im In- und Ausland mit ihren Gewinnmaximierungsstrategien als Preistreiber. Mitverantwortlich sind auch die grossen Anlagestiftungen der Schweizer Pensionskassen. Im Jahr 2000 gehörten 29% des Wohnraums renditeorientierten Firmen, heute sind es rund 45%. Als Folge davon sind nur noch 10% der Bevölkerung in der Schweiz in der Lage, eigenes Wohneigentum zu erwerben. Vor knapp 20 Jahren waren es auch nach Angaben des Hauseigentümerverbands noch etwa 40%!

Vor diesem Hintergrund schlug Heinz Bosshard (SP Rüti) an der Infoveranstaltung dann den Bogen auf das Projekt Bandwies in Rüti. Mit der geplanten Arealüberbauung Bandwies soll ein Zentrum für Einkaufen, Arbeiten und Wohnen in Rüti entstehen. Nebst dem Umbau des Migros Areals mit Wohnungen und einem neuen Laden ist auf dem gemeindeeigenen Areal Bandwies Süd eine Überbauung mit 120 Wohnungen geplant. Das Land soll Besitz der Gemeinde Rüti verbleiben, aber im Baurecht an einen Investor zur Nutzung abgegeben werden. Die UBS Vorsorgestiftung als Bauherrin möchte die dort entstehenden Wohnungen zu Marktmieten ausschreiben. Für die SP Rüti entsteht somit mitten im Herzen der Gemeinde ein sehr grosses Bauprojekt in dem vermutlich genau solche missbräuchlich hohen Mietzinsen verlangt werden, wie sie Jaqueline Badran in ihren Ausführungen deutlich herausgearbeitet hat.

Die Gemeinde hat die Wünsche der Bevölkerung, die sie in einer Nachbefragung zum verworfenen ersten Projekt von 2019 erhoben hat, nur zu einem kleinen Teil übernommen, also einige Wünsche ignoriert: Es gibt weder einen grösseren öffentlichen Zentrumsplatz noch subventionierte Wohnungen, die Bauten sind immer noch sechs- und siebengeschossig und der Baurechtsvertrag bringt der Gemeinde viel zu wenig. Denn im öffentlichen Gestaltungsplan Bandwies Süd ist mit einer Ausnützungsziffer von 185% beinahe eine Verdoppelung der möglichen Bausubstanz gegenüber den bestehenden Bauvorschriften vorgesehen. Die Gemeinde erhält dafür keinen angemessenen Gegenwert.

Die SP Rüti fühlt sich in diesen Punkten auch bestärkt durch eine von ihr im Oktober 2024 durchgeführte Umfrage an der 270 Personen aus Rüti teilnahmen. Klare Mehrheiten in dieser Umfrage wünschten Wohnbaugenossenschaften, einen festen Anteil an gemeinnützigen Wohnungen und das Vorkaufsrecht für die Gemeinden. Die Politik soll sich gemäss der überwiegenden Mehrheit der Befragten stärker in den Immobilienmakt einbringen, um gegen steigende Mietzinsen zu kämpfen.   

Die SP Rüti vertritt die Ansicht, dass gemeindeeigenes Land nicht für reine Renditeobjekte an private Investoren abgegeben werden soll. Im vorgesehenen Projekt fehlt eindeutig der Mehrwert für die Rütner Bevölkerung. Vor allem sollte eine gute Durchmischung – Familien, Einzelpersonen, Ältere.- ermöglicht werden.  Entsprechende generationenübergreifende Wohnformen werden von  Genossenschaften realisiert. Dabei möchte die SP Rüti, dass mindestens ein Anteil von 40% der Wohnungen preisgünstig angeboten werden sollen. Dieses Anliegen haben schon im Rahmen einer Petition an den Gemeinderat im Mai 2025, 250 Unterzeichner und Unterzeichnerinnen unterstützt. Die SP Rüti erwartet darum von der Gemeinde, dass die Wünsche und Bedürfnisse der Bevölkerung im Gestaltungsplan Bandwies aufgenommen werden.

Bilder der Veranstaltung 11.10.2025 im Tüchelsaal in Rüti.

(Bilder: Giacomo Curschmann)

Umfrage-Ergebnisse:

Ansprechpartner:innen zu diesem Thema

Heinz Bosshard

Heinz Bosshard

Aktuar & Kontaktperson

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